Aus der Kreiszeitung vom 25.02.2020 Bild und Artikel von Anke Seidel

Zwei Shows in Bassum

„Wo gehst du hin?“ mit atemberaubender Artistik

Aktualisiert: 25.02.20 18:51

Die Artistin Tina Badenhop (Foto) scheint die Schwerkraft außer Kraft gesetzt zu haben: Nur an einem blauen Band schwebt sie über der tiefschwarzen Bühne – als Mitwirkende des Theaterprojekts „Wo gehst Du hin?“, das am Samstag und Sonntag in der Bassumer Gildefesthalle zu sehen ist.


Eine marokkanische Teezeremonie, ein bunter Jahrmarkt, Porträts, Märchen, bildende Kunst, viel Musik und ein beeindruckender Kurzfilm gehören ebenso zum Programm wie ein Varieté mit atemberaubenden Darbietungen. Rund 50 Künstler sowie renommierte Musiker und ein Projektchor wirken mit. Die Akteure haben bei zwei Veranstaltungen in Bruchhausen-Vilsen ihr Publikum bereits verzaubert. 


Zu sehen ist die Show in Bassum am Samstag um 19.30 Uhr und am Sonntag um 19 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf im Bürgerservice im Rathaus und bei Papier &Tinte für 15 Euro (12 Euro ermäßigt) und ebenso an der Abendkasse für 18 Euro (15 Euro ermäßigt).


Einzig für „Wo gehst du hin?“ gründen die Initiatoren einen Chor, den Marcello Monaco dirigiert. Fotos: Regine Suling Kreiszeitung Syke vom 23.02.2020

 

Theaterprojekt „Wo gehst du hin?“ feiert in Bruchhausen-Vilsen Premiere

Grenzen niederreißen

Arabisch anmutende Zelte zieren das Foyer, die Besucher dürfen Tee aus stilechten Teegläsern nippen und fühlten sich wie in eine orientalische Welt versetzt. Wenig später wirbelt Artistin Tina Badenhop atemberaubend mit ihrem riesigen Reifen durch das Foyer, musikalisch begleitet von Reinhard Röhrs, Karin Christoph und Juan Maria Solare. Zum Einstieg in den Abend passt auch die düstere Moritatengeschichte, die Ecke Neckepen alias Christoph Bendikowski vorträgt. Merle Freund und Martin Bogus verzaubern mit artistischen Einlagen, und der eigens für diese Veranstaltung gegründete Chor singt unter der Leitung von Marcello Monaco „Wer kann segeln ohne Wind?“. Derweil rudern einige Akteure gemeinsam die Treppe hinauf, die das Meer darstellen soll – das Mittelmeer, dessen mit vielen Gefahren verbundene Überquerung abertausende Menschen wagten und immer noch wagen, um aus ihrer bedrohten Heimat zu flüchten.


„Wo gehst du hin?“: Diese Frage schwebt über dem gesamten Programm, das sich Daniela Franzen und Marcello Monaco haben einfallen lassen. Die Treppe führt die Gäste in eine Ausstellung. Einige Bilder stammen von geflüchteten Frauen, die in ihren Werken Erlebtes verarbeiten. Da verlässt ein Vogel einen Käfig, ein Boot treibt auf dem Meer. „Beim Malen kann ich mich entspannen und vergesse oft meine Ängste“, schrieb eine Afghanin unter ihr Bild. Zugleich machen die Initiatoren des Abends auf die Aktion „Freedom for 864 babies“ aufmerksam: Sie sind zusammen mit ihren Müttern aus politischen Gründen in der Türkei inhaftiert. Bilder, die betroffen machen.

Danach geht der Rundgang weiter in die Halle. Dort erfahren die Gäste durch Christoph Bendikowski mehr über das Schicksal des Puppenspielers Hermann Rulf, der 1940 an die Ostfront musste und dabei viel Tod und Leid erfuhr. Eine leblose Puppe nach der anderen legt Bendikowski auf die Bühne, zum Leben erweckte er sie nicht.

1945 schließlich schrieb Hermann Rulf trocken in sein Tagebuch: „Gottseidank ist der Krieg zu Ende. Ab in russische Kriegsgefangenschaft.“ Und doch, es gab auch in diesen Zeiten Hoffnung, wie die Geschichte des Schweizers Robert Corti zeigt, der dafür sorgte, dass das Kinderdorf Pestalozzi in Trogen gegründet wurde. Dort fanden Kinder aus vielen Ländern, bei denen der Krieg seine tiefen Spuren hinterlassen hatte, eine neue Heimat. „Sie spielten und lernten gemeinsam und überwanden so die Kluft, die sie getrennt hatte“, trägt Christoph Bendikowski vor. Zuvor baut er Häuser auf die Bühne und versieht sie mit der jeweiligen Landesflagge.

Märchenerzählerin Brigitta Wortmann liest Ausschnitte aus Märchen. Dass Krieg und Flucht immerwährende Themen in der Geschichte sind, zeigt der Abend. Er beweist aber auch, dass Musik und Artistik, Malerei und Jonglage, Literatur und Kulinarisches Elemente sein können, die Menschen über Kulturgrenzen hinweg verbinden, Verständnis füreinander wecken und vor allem: Sie lassen langfristig Grenzen in Köpfen verschwinden.

Weitere Vorstellungen

„Wo gehst du hin?“ wird am Samstag, 29. Februar, ab 19.30 und am Sonntag, 1. März, ab 19 Uhr in der Bassumer Gilde-Festhalle gezeigt.




Eine Vielzahl varietéartiger Szenen erwartete die Besucher des Kunstprojekts "Wo gehst du hin?" in der Mensa des Schulzentrums Bruchhausen-Vilsen. Künstler der Region beschäftigten sich mit der Situation von Flüchtlingen. (Michael Galian) 

Kreativität kennt keine Grenzen

Rita Behrens 23.02.2020, Syker Kurier, Weser Kurier

Das Kunstprojekt „Wo gehst du hin?“ vereint rund 50 Künstler aus der Region. Auf vielfältige Weise beleuchten sie die Themen Flucht und Verfolgung. Im Schulzentrum Bruchhausen-Vilsen war es schon zu sehen.

Bruchhausen-Vilsen. Wer sich trotz der widrigen Wetterlage dazu entschlossen hatte, der Frage „Wo gehst du hin?“ nachzuspüren, wurde belohnt. Am Sonnabendabend fand die Premiere des Kunstprojektes von Marcello Monaco und Daniela Franzen im Schulzentrum Bruchhausen-Vilsen statt. Ihr vielseitiges Programm rückte die Situation von Flüchtlingen ins Zentrum.

Zelte und orientalisches Interieur – gemusterte Sitzkissen, Teppiche, silberne Teekännchen und bunte Teegläser sowie türkisfarbene, blaue, orangerote und schimmernde Stoffe – fingen die Blicke im Eingangsbereich ein. Das Publikum wurde vom Conférencier Reinhard Röhrs schwungvoll begrüßt: „Wir haben ein Spektakel vorbereitet“. Die Eingetroffenen erwartete eine bunte Abfolge varietéartiger Auftritte. Wie unter freiem Himmel zogen Straßenkünstler in den Räumlichkeiten die Aufmerksamkeit auf sich, so etwa der Moritaten-Sänger oder die beiden pantomimisch jonglierenden Akteure. Musiker, Tänzer und Chor vervollständigten die erste Szenerie.

Zu einer kleinen Reise eingeladen, zogen bald darauf alle Besucher zur Galerie hinauf. Dort schilderten Fotos und Illustrationen eindrucksvoll wahre Begebenheiten aus Krisenregionen und bildeten einen Kontrapunkt zum fröhlich-bunten Eingangsbereich. Ilona Estable führte die Gäste und informierte. So zeigte eine der Darstellungen einen kleinen Jungen, der seit seinem fünften Lebensmonat im Gefängnis lebt. Ein grünes Blatt, das zufällig hineingeweht ist, fasziniert ihn so, dass er es zeichnet. Zudem gab es Bilder von Kindern, in denen sich individuell verarbeitete Fluchterfahrungen offenbarten.

Weitere kreative Zugänge zur Leitidee „Flucht und Verfolgung“ folgten. Zunächst nahm sich Puppenspieler Christian Bendikowski der Situationen im Krieg und resultierender Gefangenschaft an. Auch er rückte zudem die Not von Kindern in den Fokus. Doch bald erklang Brigitta Wortmanns Harfe friedvoll und märchenhaft. Zusammen mit Christiane Noltemeier stellte sie begleitend die kindliche Not oder Flucht vor Verfolgung in bekannten Märchen dar.

Fluchterfahrungen gestern und heute

Eine weitere Galerie zeigte Fotos der Kunstwerke des syrischen Künstlers Akram Abou-Alfaus. Er verwendet Munition als Ausgangsmaterial für seine Objekte. Zum Beispiel bildete er den Moskauer Kreml mit Hilfe von Raketenhülsen formgebend nach. Anderweitig sind auf solcher Art Metall Ornamente und die Namen zerstörter syrischer Städte eingraviert. Damit richtet er seine Kritik auf den militärischen Einsatz russischer Waffen. Zeitgleich konnte ein Video von Ralf Schauwacker verfolgt werden. Generationsübergreifend wurde darin sowohl über Fluchterfahrungen während des Zweiten Weltkrieges oder im Libanon gesprochen als auch darüber, was wohl als Betroffener zu tun sei.
In der Abschluss-Show wurde wie angekündigt, „das Thema mit allen Sinnen berührt“. Christian Morgensterns Gedicht „Die Westküsten“ wurde mit großem Engagement vorgetragen. Sphärische Musik, dunkle, vibrierende Töne untermalten das szenische Spiel, in dem Monaco und Franzen die Spannbreite tiefer Emotionen umsetzten. Doch zuletzt harmonisierten sie bei heller anmutenden Klängen in einem Tango. Tina Badenhop setzte Erinnerungen und den Wunsch nach einem friedlichen Leben in Szene. Daran knüpfte sie auch mit ihrem luftakrobatischen Talent an. Mit der Farbe der Sehnsucht, einem zunächst endlos wirkenden blauen Tuch unterstrich sie das Anliegen, für eine friedvolle Welt einzustehen. Mit ihrer ästhetischen Choreographie überzeugten wiederum Merle Freund und Martin Bogus als Jongleure. Abschließend inszenierte Monaco Kurt Weils Exil-Song „Youkali“ in hoffnungsvoller Variante: „Es gibt überall ein Youkali“. Karin Christoph und Juan Maria Solare unterstrichen den Abend musikalisch.

Insgesamt ermöglichten zirka 50 Akteure die Erfahrung, dass der Kreativität keinerlei Grenzen gesetzt sind. Für Menschen, die sich in in Kriegs- und Krisenregionen befinden, gilt diese Grenzenlosigkeit zurzeit allerdings nicht. Doch Hoffnungen und kommunikative Offenheit rückten an diesem Abend sicherlich in den Vordergrund. In das Lied „Liebe, Frieden, Würde, Freiheit“ stimmten alle Anwesenden ein.

Das Kunstprojekt ist noch zwei Mal zu sehen. Am Sonnabend, 29. Februar, ist es ab 19.30 Uhr in der Gilde-Festhalle in Bassum zu erleben; am Sonntag, 1. März, dann ab 19 Uhr.


Auch ein Projektchor hat sich bei den Vorbereitungen gebildet und nähert sich unter der Leitung von Marcello Monaco (rechts) musikalisch dem Thema "Wo gehst du hin?". (Vasil Dinev)

 

„Wo gehst du hin?“


Altes Thema, neue Perspektive

Tobias Denne 16.02.2020 

Das Mammut-Projekt „Wo gehst du hin?“ von Marcello Monaco und Daniela Franzen geht in den Endspurt. Die 50 Künstler zeigen an vier Terminen ihre Sichtweise zum Thema „Flüchtlinge“ und die Gäste sind ein Teil. 

Bassum/Bruchhausen-Vilsen. Den Finger in die Wunde legen, das wollen Marcello Monaco und Daniela Franzen nicht. Eher Lösungen finden und Hoffnung machen. Dass das gerade beim Thema „Flüchtlinge“ gar nicht so einfach ist, das wissen die beiden Künstler aus Bassum. Daher haben sie sich überlegt, ein vollkommen anderes Projekt auf die Beine zu stellen. Unter dem Titel „Wo gehst du hin?“ sammeln sich rund 50 Künstler verschiedenster Professionen, Profis wie Freiwillige, und alle wollen zeigen: Wir sind gar nicht so unterschiedlich. „Wir wollen für das Thema sensibilisieren und Ängste abbauen“, sagt Marcello Monaco.

Ein hochgestecktes Ziel, die Umsetzung ist ambitioniert, denn die verschiedenen Sichtweisen auf ein Thema zu bündeln, sortieren und ansprechend zu präsentieren, ist nicht einfach. Daher haben sich Monaco und Franzen Ilona Estable als Unterstützung mit ins Boot geholt. Herausgekommen ist ein Projekt, „was es noch nicht gegeben hat“, ist Estable überzeugt. „Die Frage war: Wie geht man mit dem Thema künstlerisch um? Es soll ja auch einen Unterhaltungswert haben“, schildert Franzen die Schwierigkeit beim Projekt. Die Lösung: Gäste und Künstler sind Teil des Abends. So schlüpfen die Besucher in die Rolle der Flüchtlinge, die sich auf den Weg in ein besseres Leben gemacht haben. Beim Eingang wird ein Zelt aufgestellt, bei dem Tee ausgeschenkt wird. „Ein orientalisches Flair soll aufkommen“, hofft Monaco. Danach geht es zweizügig in einem „Flüchtlingszug“ durch die Räume der Mensa des Schulzentrums in Bruchhausen-Vilsen (22. und 23. Februar) oder durch die Gilde-Festhalle in Bassum (29. Februar und 1. März). „Es passiert immer etwas, man hat aber auch Zeit, die Fotos zu betrachten“, soll es laut Monaco nicht gehetzt zugehen. Am Ende wartet eine Abschluss-Show. „Das Thema soll alle Sinne berühren“, gibt es auch Fingerfood aus verschiedenen Ländern von der Gruppe Hand in Hand.

Jeder Künstler beschäftigt sich anders mit dem Thema: Ralf Schauwacker zeigt einen Film, Puppenspieler Christoph Bendikowski kommt als Ekke Neckepen mit seinen Figuren, Merle Freund und Martin Bogus haben das Thema akrobatisch aufgegriffen. Außerdem werden Bilder ausgestellt, Musikstücke vorgespielt, Fotos von den Kunstwerken Akram Abou-Alfaus' sind schon gedruckt und müssen nur noch aufgehängt werden. Der syrische Künstler Abou-Alfaus fertigt aus Munition eigene Werke. „Er lebt im Krisengebiet und kann da nicht weg. Daher haben wir ein Interview mit ihm, das wir übersetzen“, erzählt Estable. Und das war nur ein Auszug der verschiedenen Herangehensweisen. Auch ein zwölfköpfiger Projektchor hat sich gebildet und kurze, prägnante Sätze von Menschen mit Fluchterfahrungen werden abgespielt. Dazu hat Estable Gespräche geführt. „Wir wollen, dass es allen gut geht. Wenn die Gäste sich mit dem Thema beschäftigen und darüber reden, dann haben wir unser Ziel erreicht“, bringt Monaco den Grundgedanken des Projekts auf den Punkt.

Für die Premiere am kommenden Sonnabend, 22. Februar, in Bruchhausen-Vilsen geht es bei Moncao, Franzen und Estable langsam in die heiße Phase. „Die Künstler arbeiten die ganze Zeit für sich, nur mit den Bühnenkünstlern treffen wir uns regelmäßig. Die Generalprobe ist dann am Freitag. Dann sind alle das erste Mal zusammen“, kündigt Monaco an. 

Zur Sache

„Wo gehst du hin?“

Die Premiere feiert das Projekt am Sonnabend, 22. Februar, ab 19.30 Uhr in der Mensa beim Schulzentrum in Bruchhausen-Vilsen, Auf der Loge 5. Am Sonntag, 23. Februar, starten die Präsentationen um 19 Uhr. In Bassum wird eine Woche später, am 29. Februar (ab 19.30 Uhr) und 1. März (ab 19 Uhr), die Gilde-Festhalle an der Eschenhäuser Straße 9b Ort des Geschehens sein. Die Karten gibt es im Vorverkauf (15 Euro, ermäßigt: zwölf) in Bassum bei Papier und Tinte, Bahnhofstraße 17, und beim Bürgerservice an der Alten Poststraße 10. In Bruchhausen-Vilsen sind die Karten beim Tourismus-Service, Bahnhof 2, und bei der Buchhandlung Böhnert, Bahnhofstraße 44, erhältlich. Eintrittskarten sind im Vorverkauf (15 Euro, ermäßigt: zwölf) Außerdem können die Karten im Bremer Pressehaus und allen regionalen Geschäftsstellen des WESER-KURIER erworben werden. An der Abendkasse werden 18 Euro (ermäßigt: 15) fällig.

Überraschende Perspektiven bieten (v.l.) Ilona Estable, Daniela Franzen und Marcello Monaco bei ihrem neuen Theater- und Varieté-Projekt.© Anke Seidel



Hommage an Hoffnung und Lebenslust

Theater- und Kunstprojekt in Bassum und Bruchhausen-Vilsen beginnt mit Jahrmarkt

Aktualisiert: 17.02.20 18:01

Bassum - Manchmal ist das Leben ein Jahrmarkt der Möglichkeiten, aber manchmal auch eine einzige Herausforderung – dann, wenn man ungewollt Abschied nehmen muss von allem Vertrauten, um sein Leben zu retten. Die Flucht ist eine unvorstellbare Zäsur um Leben. Aber wenn die Hoffnung zum Begleiter wird, können sich wieder Türen zum Lebensglück öffnen.


Genau das wollen Daniela Franzen und Marcello Monaco aus Bassum-Osterbinde, Macher der Piazzetta in Bassum und Kulturpreisträger des Landkreises Diepholz, mit ihrem neuen Theater- und Kunstprojekt „Wo gehst du hin?“ unter Beweis stellen. Für die insgesamt vier Vorstellungen – jeweils zwei in der Mensa Bruchhausen-Vilsen und der Gildefesthalle in Bassum – steht nun das konkrete Programm.


Es beginnt mit einer marokkanischen Tee-Zeremonie und einem bunten Jahrmarkt, wie Menschen ihn seit altersher kennen und lieben: mit artistischen Darbietungen, Spannung und viel Musik. Diesem bunten Auftakt voller Lebensfreude und Leidenschaft folgen eine Kunstpromenade und eine Bühnenshow mit Varieté-Elementen – ein Programm, an dem sich insgesamt rund 50 professionelle Künstler, Ehrenamtliche und Interessierte beteiligen.

Immer geht es um Flucht, Neuanfang, Hoffnung und Lebensfreude. Ob in Geschichten der Märchenspinnerinnen, der Luftakrobatik von Tina Badenhop, dem Film von Ralf Schauwacker über ganz persönliche Erinnerungen von Flüchtlingen einst und heute oder den Werken von bildenden Künstlern (über die Mitwirkenden berichteten wir bereits ausführlich).


Besonderes und Verbindendes haben sich alle Beteiligten einfallen lassen und hoffen, mit ihrem Programm möglichst viele Gäste sowohl unterhalten als auch berühren zu können. Die Gruppe „Hand in Hand“ zum Beispiel will den Besucher mit besonderen Köstlichkeiten zeigen, dass man sich Kunst sogar auf der Zunge zergehen lassen kann.

„Wir haben die Gildefesthalle in Bassum und die Mensa in Bruchhausen-Vilsen als Veranstaltungsorte gewählt, weil sie sich für das Projekt ganz besonders anbieten“, betont Daniela Franzen. In unterschiedlichen künstlerischen „Räumen“ wollen die Akteure verschiedene Stimmungen erzeugen – und Gefühle spiegeln, die das Leben immer wieder begleiten. So gibt Ilona Estable in einem Tipi den Stimmen von Flüchtlingen Raum – im Wortsinn.

Musik schlägt eine ganz besondere Brücke. Marcello Monaco, der für das Projekt einen Chor gegründet hat, freut sich über die Sänger ebenso wie über den Auftritt des mehrfach preisgekrönten Pianisten Juan Maria Solare und die Mitwirkenden Karin Christoph (Geige, Akkordeon), Reinhard Röhrs (Kontrabass) und Brigitta Wortmann (Harfe).

Die Organisatoren, die von Ilona Estable und Fred Fahrenberg unterstützt werden, legen genauso Wert auf stimmungsvolle Kulissen. So entsteht zurzeit eine Mauer aus weißen „Steinen“, die aus Kartons bestehen. Denn erreichen möchten die Mitwirkenden bei den Besuchern auch einen Perspektivwechsel: „Wie würde ich mich fühlen, wenn ich Flüchtling wäre, die Sprache nicht verstehe und die Kultur nicht kenne?“ Im Mittelpunkt steht dabei eine „Sprache“, die über alle Länder und Kulturen hinweg verstanden wird: Verständnis von Mensch zu Mensch und Lebensfreude.


Förderer des Projekts sind die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen, die Stadt Bassum, die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur, der Landschaftsverband Weser-Hunte, Kunst und Kultur Bruchhausen-Vilsen sowie Immobilien Horst-Dieter Jobst.

Termine

Samstag um 19.30 Uhr und Sonntag um 19 Uhr, Mensa Bruchhausen-Vilsen; Samstag, 29. Februar, um 19.30 Uhr und Sonntag, 1. März, um 19 Uhr, Gilde-Festhalle Bassum. Karten gibt es im Vorverkauf (15 Euro, ermäßigt 12 Euro) in den Geschäftsstellen der Mediengruppe Kreiszeitung sowie bei Papier und Tinte und im Bürgerservice des Rathauses Bassum, ebenso im Tourismusbüro der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen und in der Buchhandlung Böhner. An der Abendkasse kosten die Karten 18 Euro (15 Euro ermäßigt).

"Wo gehst du hin?“ feiert Premiere / Vorstellungen mit Akrobatik und Musik

Kunst und Show für alle Sinne

Aktualisiert: 23.01.20 18:19 Kreiszeitung Syke - Anke Seidel

Aufbruch in eine ungewisse Zukunft: Dieses Bild eines nicht enden wollenden Flüchtlingsstroms hat Daniela Franzen gemalt.

Bassum/Br.-Vilsen - Von Anke Seidel. „Wo gehst du hin?“ Es ist eine schicksalhafte Frage, mit der sich Daniela Franzen und Marcello Monaco, Kulturpreisträger des Landkreises Diepholz, vor dem Hintergrund eines schicksalhaften Themas beschäftigen: die lebensrettende, aber auch gefährliche und vor allem ungewollte Flucht. Gemeinsam mit professionellen Künstlern, Ehrenamtlichen und Interessierten setzen sie sich auf ebenso ungewöhnliche wie fesselnde Weise damit auseinander. Das Ergebnis: eine Bühnenshow und Kunstpromenade, die Besucher mit allen Sinnen erleben können.

Jeweils zwei Vorstellungen in Bruchhausen-Vilsen und Bassum sind geplant. „Ein Spektakel im Spannungsfeld zwischen Flucht, Hoffnung und Neuanfang“, so beschreiben die Impulsgeber und Projektleiter Marcello Monaco und Daniela Franzen diese Abendveranstaltung. Spaß und Freude, Hoffnung und Kreativität stehen dabei im Mittelpunkt. Ilona Estable und Fred Fahrenberg unterstützen das Duo.

Eine ganz besondere Rolle spielen bei den Vorstellungen übrigens vier sagenhafte Geflüchtete mit enormem Bekanntheitsgrad: die Bremer Stadtmusikanten. Denn die Märchenerzählerin Brigitta Wortmann leitet für die Kunstpromenade die Gruppe Märchenspinnerinnen, die sagenhafte Fluchtgeschichten präsentiert. Dazu zieht sich – wie ein roter Faden – die Luftakrobatik der Artistin Tina Badenhop durch den Abend. Symbolisch schlüpft sie in die Rolle einer Flüchtenden, die Erinnerungen als schweres Gepäck tragen muss.

Wie fühlen Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, um ihr Leben zu retten? Der Filmemacher Ralf Schauwacker hat Betroffene interviewt – darunter auch solche, die diese Erinnerungen seit den Wirren des Zweiten Weltkrieges mit sich tragen. Künstlerische Elemente unterstreichen dabei die sehr persönlichen Erinnerungen, machen sie für Zuschauer auf besondere Weise erfahrbar.

Juan Maria Solare, Pianist mit argentinischen Wurzeln, umrahmt den Abend musikalisch, während Puppenspieler Christoph Bendikowski alias Ekke Neckepen die Erlebnisse eines Puppenspielers aufleben lässt, der im Dritten Reich auf der Flucht war. Er stützt sich dabei auf dessen Tagebücher.

Akrobatik und Jonglage präsentieren Merle Freund und Martin Bogus, während Reinhard Röhrs als Conférencier durch die Kunstpromenade führt und gemeinsam mit Karin Christoph musikalische Beiträge präsentiert.

Premiere feiert bei „Wo gehst du hin?“ ein ganz besonderer Chor aus zehn Sängern, den Marcello Monaco eigenes für das Projekt gegründet hat. Vierstimmig präsentiert das Ensemble das Lied „Youkali“, das Kurt Weill 1934 im Exil in Frankreich komponiert hat – der Traum von einem Land, in dem Menschen sich gegenseitig helfen und in dem ihre Herzenswünsche Wirklichkeit werden.

Als bildende Künstler unterstützen Thomas Sigmund, Helga Gronau sowie Susan Westhoff und Axel Westhoff-Liebner das Projekt – genauso wie Daniela Franzen und Mustapha Alouche, der Werke des syrischen Künstlers Aron erläutert.  Jutta Schröder präsentiert ihre gehäkelten Gedanken zum Thema Flucht.

Erreichen möchten die Mitwirkenden bei ihrem Publikum einen Perspektivenwechsel: „Wir würde ich mich fühlen, wenn ich Flüchtling wäre, die Sprache nicht verstehe und die Kultur nicht kenne?“ Türen öffnen, neue Sichtweisen und neue Kontakte ermöglichen – das ist der Herzenswunsch der Projektleiter. Ganz besonders freuen sich Marcello Monaco und Daniela Franzen über die Unterstützung der Initiative „Lebenswerge begleiten“ sowie der Gruppe „Hand in Hand“.

Letztere sorgt mit kleinen kulinarischen Köstlichkeiten dafür, dass sich die Besucher das Thema des Abends auf der Zunge zergehen lassen können – im Wortsinn.
Förderer des Projekts sind die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen, die Stadt Bassum, die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur, der Landschaftsverband Weser-Hunte, Kunst und Kultur Bruchhausen-Vilsen sowie Immobilien Horst-Dieter Jobst und Hand in Hand.

Termine
22. Februar um 19.30 Uhr und 23. Februar um 19 Uhr, Mensa Bruchhausen-Vilsen; 29. Februar um 19.30 Uhr und 1. März um 19 Uhr, Gilde-Festhalle Bassum.

Karten gibt es ab Montag, 27. Januar, im Vorverkauf (15 Euro, ermäßigt 12 Euro), in den Geschäftsstellen der Mediengruppe Kreiszeitung sowie bei Papier & Tinte und im Bürgerservice des Rathauses Bassum, ebenso im Tourismusbüro der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen und in der Buchhandlung Böhnert.

An der Abendkasse kosten die Karten 18 Euro (15 Euro ermäßigt).
Weitere Infos im Internet:  wo-gehst-du-hin.jimdosite.com

Leider haben sich in diesem Artikel ein paar Fehler eingeschlichen:

Richtigstellung / Kommentar von uns:

  • Die Fotografin heißt: Susan Liebner
  • Die Initiative heißt: "Lebenswege begleiten" 
  • Mustapha Alouche erläutert die Kunst des syrischen Künstlers Akram Abou-Alfaus , nicht die Kunst von dem Illustrator Aaron mit türkischen Wurzeln.


...und hier sind noch zwei Artikel von der Kreiszeitung Syke und dem Weser Kurier

Ein Leben ohne Perspektive

Was, wenn ich Flüchtling wäre? Künstlergruppe will mit Theaterprojekt Verständnis schaffen

Aktualisiert: 09.10.19 19:20 Kreiszeitung Syke - Anke Seidel

Daniela Franzen hat der Thematik ein Bild gewidmet.

„Wo gehst Du hin?“ Die Frage klingt banal, aber sie kann über Schicksale entscheiden. Dann, wenn Menschen sich aus purer Verzweiflung dafür entscheiden, ihre Heimat und ihren Besitz zu verlassen. Weil ihr Leben in Gefahr ist. Weil ihr Leben keine Perspektive mehr hat.


Landkreis Diepholz - Fliehen zu müssen, ist eine traumatische Erfahrung. Jetzt und vor Jahrzehnten. Das ist die eine Seite. Die andere ist die Angst und die Skepsis, die Flüchtlingen immer wieder entgegengebracht wird. Was viel zu oft fehlt, ist eine Brücke zwischen diesen Welten. Genau die wollen Daniela Franzen und Marcello Monaco, Kulturpreisträger des Landkreises Diepholz, mit einem neuen Projekt schlagen. Es trägt bewusst den Titel „Wo gehst Du hin?“ und will Menschen beider Seiten über die Kunst miteinander ins Gespräch bringen. Der Landschaftsverband Weser-Hunte, die Stadt Bassum und die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen sowie die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur und der Bassumer Unternehmer Horst-Dieter Jobst unterstützen das Projekt.

„,Wo gehst Du hin?’ hat als Ziel, die Kommunikation, den Zusammenhalt und das respektvolle Miteinander zu fördern“, erklärt Daniela Franzen. Geflüchtete und Einheimische gestalten dabei gemeinsam ein Abendprogramm, das die Besucher mit allen Sinnen erfahren können – und das emotional berühren soll.

Malerei und Skulptur, Film, Tanz, Chor, Orchester, Artistik, Lyrik und Poesie, aber auch Schauspiel und Kochkunst sollen zu einem ausdrucksstarken Erlebnis verschmelzen. Nicht nur mit den Augen und den Ohren, sondern auch mit dem Gaumen sollen die Besucher einen besonderen Abend genießen. Das ist am 29. Februar und 1. März in der Gildefesthalle in Bassum möglich, zuvor bereits am 22. und 23. Februar in der Mensa des Schulzentrums Bruchhausen-Vilsen. Die genauen Zeiten werden noch bekannt gegeben.

Zurzeit arbeiten Franzen und Monaco noch am Programm. Will heißen: Musik- und Tanzgruppen, Chöre, Autoren, Maler, Bildhauer, Fotografen und Artisten können sich noch beteiligen. Künstler, die in der Region wirken, arbeiten bereits mit geflüchteten Künstlern zusammen. Franzen und Monaco haben bereits Kontakte geknüpft – und freuen sich auf das Mitwirken der Artistin Tina Badenhop, der Märchenerzählerin Brigitta Wortmann, des Filmemachers Ralf Schauwacker und des syrischen Journalisten Mustapha Alouche sowie vielen anderen mehr.

Wichtig ist den Initiatoren, Interviews mit Flüchtlingen zu präsentieren – mit solchen, die erst vor wenigen Jahren dieses Schicksal erleiden mussten, ebenso wie mit denjenigen, die vor mehr als sieben Jahrzehnten ihre Heimat verlassen und damit längst umgehen lernen mussten.

„Das Publikum wird an dem Abend von Darbietung zu Darbietung geleitet. Es flaniert durch die Ausstellungen und bekommt an verschiedenen Orten Aufführungen geboten“, beschreibt Marcello Monaco das Konzept. Dazu gibt es Speisen aus verschiedenen Ländern. In einem lockeren Rahmen sollen die Besucher über das Gesehene und Erlebte miteinander sprechen. Das Ziel ist es, „sich mit anderen Menschen auszutauschen, selbst das Gefühl zu haben, nicht allein gelassen zu werden und andere Menschen nicht allein zu lassen“.

Genau das sollen im Vorfeld der Aufführungen schon die Mitwirkenden erfahren: „Es werden einige gemeinsame Proben organisiert, um den Ablauf des Programms zu koordinieren und abzustimmen“, erläutern die Organisatoren. Gemeinsam Spaß haben, das gehört dazu.

Kontakt

Wer mitwirken möchte, bekommt per E-Mail weitere Informationen: [email protected]



Wo gehst du hin?

Gefühle auf mehreren Ebenen



Tobias Denne 14.10.2019 Weser Kurier

Das Künstlerpaar Marcello Monaco und Daniela Franzen plant ein neues Projekt zum Thema Flüchtlinge. Es soll Ängste abbauen und die Kommunikation zwischen den Menschen fördern. Dafür suchen sie noch Künstler.

"Wo gehst du hin? Flüchtlinge heute – Flüchtlinge gestern" lautet der Titel des neuen Projekts von Marcello Monaco und Daniela Franzen. Dazu suchen sie noch Künstler, die sich beteiligen wollen. (KM Asad/dpa)

Bassum. Wie wäre es, wenn ich selbst aus meiner Heimat flüchten müsste? Was würde mir durch den Kopf gehen? Wo würde ich hingehen? Nicht nur das Schicksal der Geflüchteten und deren Erfahrungen wollen Marcello Monaco und Daniela Franzen in den Fokus rücken, sondern „wir wollen Ängste abbauen und die Kommunikation fördern“, sagt Marcello Monaco über das neue Projekt, das im Frühjahr 2020 seine Premiere feiert. Unter dem Titel „Wo gehst du hin? Flüchtlinge heute – Flüchtlinge gestern“ sollen sich zahlreiche Künstler zusammenfinden und die Besucher zum Austausch anregen.
„Das Besondere ist, dass wir keine für sich stehende Kunstdisziplinen zeigen wollen, sondern es soll eine Zusammenfügung von den einzelnen Disziplinen werden“, erklärt Monaco. Soll heißen: Verschiedene Künstler – seien es Musiker, Maler, Chöre, Bildhauer, Akrobaten – zeigen alle unter dem Titel ihre Auseinandersetzung mit dem Thema – und das alles in einem Gebäude. „Uns ist wichtig, dass wir mehrere Ebenen haben. Es ist nicht nur ein Konzert oder eine Ausstellung, um die Gefühle zu vermitteln“, erzählt Monaco über das Vorhaben.
Denn am Wochenende, 22. und 23. Februar, wird die Veranstaltung in der Mensa des Schulzentrums in Bruchhausen-Vilsen stattfinden, am 29. Februar und 1. März in der Gilde-Festhalle in Bassum. „Wir wollen eine geführte Tour durch verschiedene Räume anbieten und drei Elemente miteinander verbinden. Sehen, hören und spüren“, sagt Monaco. So könne etwa ein Künstler ein Bild über Flüchtlinge malen und gleichzeitig hören die Besucher Berichte von Flüchtlingen, die von ihrem Leben erzählen. „Das sollen keine langen Vorträge werden, sondern einzelne Sätze“, verspricht Daniela Franzen.
Denn die Besucher sollen sich in die Rolle der Geflüchteten hineinversetzen können. „Wir beschäftigen uns mit dem Thema und mit der Reaktion, die manchmal sehr extrem ausfällt. Wir sind der Meinung, dass der Ursprung Unsicherheit der Menschen und Mangel an Kommunikation ist“, sagt Monaco. Daher solle das Projekt die Kommunikation fördern. Denn dadurch, dass derart viele Menschen am Projekt beteiligt werden, bietet es die Möglichkeit zu zeigen: „Wir sind alle Menschen und nur weil jemand anders aussieht, ist er kein Verbrecher“, bekräftigt Monaco.
Die beiden Künstler sind derzeit noch auf der Suche nach Interessierten, die Lust haben, am Projekt mitzuwirken. Wie und was ist ihnen vollkommen freigestellt. „Wir geben nichts vor und jeder Künstler hat die Möglichkeit, sich mit seiner Geschichte oder seiner Kunstform auszubreiten“, spricht Monaco über die rund ein Jahr dauernde Vorbereitung. „Ohne die Förderungen des Landschaftsverbands Weser/Hunte und Lags (Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur, Anm. d. Red.) Niedersachsen wäre das nicht möglich. Auch die Stadtverwaltungen und Horst-Dieter Jobst von der Gilde-Festhalle unterstützen uns“, freuen sich die beiden. Monaco und Franzen sammeln derzeit noch die Angebote  der Künstler und sortieren diese. „Wenn jemand ein Bild gemalt hat und eine Band meint, ihr Song passe perfekt dazu, dann könnte sie vor dem Bild auftreten“, skizziert Franzen eine Möglichkeit.
Wie am Ende die Verteilung aussieht, das ist noch offen. Wie die Räume derweil gestaltet werden, ebenfalls. Klar ist, dass die Besucher nicht in einen offenen Raum gehen, sondern in einer gewissen Art und Weise durch ihn geführt werden. „Man könnte mit Licht oder Tüchern spielen, um Fotos oder Bilder anders wirken zu lassen, aber wir sind noch im Brainstorming, haben schon viele Kontakte geknüpft“, sagt Marcello Monaco. Bereits bei einem ersten Treffen vor einigen Wochen haben ein paar Künstler zugesagt. So wird Brigitta Wortmann etwas über Flucht in Märchen vorbereiten, Ralf Schauwacker geht über Filme an die Thematik und Tina Badenhop interpretiert den Titel artistisch.
Es zeigt: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Gleichzeitig geht es nicht ausschließlich um die jüngste Zeit. So können auch Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg geflüchtet sind, am Projekt teilnehmen und sich einbringen. „Wir sind offen für kreative Ideen“, freut sich Franzen auf die Teilnehmer, die sich nicht nur auf Künstler beschränken. „Es wird noch kulinarisches angeboten“, kündigt Monaco an. Aber es soll kein Abendessen werden, eher Kleinigkeiten. Es hätten sich aber schon Gruppen angekündigt, kochen zu wollen. „Danach kann man, wenn man will, noch ins Gespräch kommen und miteinander reden“, sagt Daniela Franzen.
 
Wer Interesse hat, am Projekt „Wo gehst du hin? Flüchtlinge heute – Flüchtlinge gestern“ mitzuwirken, oder weitere Informationen wünscht, kann sich per Mail an [email protected] an die beiden Initiatoren wenden.